Zitat
- Die moden wechseln, da sie selber aus dem Bedürfnis nach Wechsel entstehen. – Marcel Proust
(Aus: "Im Schatten der jungen Mädchen", ISBN 3-51857875-8, S. 9)
Psychologie und Sozialpsychologie der mode
Häufig werden dabei folgende Aspekte erwähnt:.Die Psychologie der mode scheint auf den ersten Blick einfach und schnell zu beschreiben und zu begründen sein.
Es wirken eine Reihe von Grundbedürfnissen zusammen, aus denen die modeerscheinungen psychologisch erklärt werden können: Das Grundbedürfnis nach Beachtung, um aufzufallen oder Interesse zu wecken. Das Grundbedürfnis nach Anerkennung, Bedeutung und sich selbst und Anderen zu gefallen. Weiterhin wichtig sind die Bedürfnisse nach Abwechslung und Individualität, wobei letzteres mit dem nach Konformität in Widerspruch zu stehen scheint.
Dennoch greift dieses Erklärungsmuster zu kurz: denn mode ist ein hoch-komplexes gesellschaftliches Phänomen, das seine Wurzeln in sehr unterschiedlichen individuellen und kollektiven Bedürfnissen hat.
Ohne die komplementären Bedürfnisse von Zugehörigkeit und Abgrenzung, Konformismus und Individualismus, Expression und Tarnung, Exhibitionismus und Verhüllung ist das Phänomen sicherlich nicht erklärbar.
Aber auch das ist nur ein Beispiel.Dennoch ist das nur ein Teil der Ursachen von mode. Unüberschaubar viele individuelle Faktoren kommen dazu. Beispielsweise die persönliche Bedeutung konkreter aktueller modethemen und -Bilder für die individuelle Persönlichkeit und die entsprechende Lebenserfahrung. Kleidung, auch modische Kleidung, ist oft ja auch ein sehr persönlicher Ausdruck eines indivduellen Lebensgefühls, einer aktuellen Stimmung oder von Sehnsüchten, Träumen und Visionen. Insofern ist Kleidung dann auch ein alltägliches Rollenspiel oder Rollen-Einnehmen. Ein Sich-Aneignen erträumter Rollen. (weiterführende Literatur: Hoffmann, „Kleidersprache“).
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